Mit Bargeld wird immer seltener bezahlt. Das liegt auch unter anderem daran dass viele Menschen ihre Besorgungen, mal abgesehen von Lebensmitteln, online tätigen. Experten auf dem Gebiet der bargeldlosen Zahlung warnen mit Nachdruck vor Kreditkarten und legen den Verbrauchern das Lastschriftverfahren ans Herz.
Viele Käufe über, zum Beispiel über eBay, die eine Transferierung von Geld in nichteuropäische Ausland erfordern sind meist nur mit Kreditkarten zu tätigen. Besonders Händler in Hong Kong bieten zwar günstige Waren zu Schnäppchen-Preisen an, lassen als Bezahlungsmittel aber nur Kreditkarten zu. Der nichtsahnende Verbraucher bezahlt und wartet – erhält keine Ware – seine Nachfragen beim Händler bleiben unbeantwortet – das Geld ist weg.
Wenn man eine Kostenfreie Kreditkarte hat – das ist der Knackpunkt bei Zahlungen damit – das Geld ist irreversibel weg.
Derzeit wird an einer Studie über die Zahlung mit Lastschrift und Kreditkarte im Internet gearbeitet. Der Professor für Bankenrecht der Universität Mannheim, Georg Bitter, der die Studie durchführt, stellt folgende Behauptung auf: „Die Rechtsfolgen beider Zahlungsarten sind komplett unterschiedlich.“ Er geht dabei auf die Verbraucherfreundlichkeit des Lastschriftsverfahrens ein. Vor Kreditkarten würde er jedoch Abstand nehmen und voreilige Zahlungen vermeiden. „Wenn die Ware defekt ist, kann der Käufer die Zahlung nur widerrufen, sofern er die Option Lastschrift angekreuzt hat. Bei einer Kreditkartenzahlung kann er das Geld nicht zurückbuchen lassen.“
Menschen die mit einer Kreditkarte gezahlt haben müssen sich das Geld auf umständlichen Wege vom Lieferanten einklagen, so Bitter.
Auch wenn solche Fälle selten sind und als Extremfälle bezeichnet werden können, müssen die Inhaber von Kreditkarten nicht in Panik verfallen. Der Experte für Fernabsatzrecht bei Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen, Thomas Bradler, sagt zu diesem Thema: „Wer nicht bei einem sensationell günstigen und zweifelhaften Online-Shop aus Fernost mit Kreditkarte einkauft, wird in der Regel kaum Probleme haben.“
Kundenfreundliches Lastschriftverfahren
Zwar hat das Bezahlen mit Kreditkarte im Internet einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem klassischen Kauf im Geschäft um die Ecke, trotzdem rät der Verbraucherschützer zur sicheren Lastschriftmethode. Zum Beispiel kann man mit Kreditkarte erworbene Waren im Internet ohen Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Kauf wieder zurückgeben. Der deutsche Onlineshop-Betreiber muss den Kaufpreis ind diesem Fall bereitwillig zurückerstatten.
Doch generell gesehen hat das Lastschriftverfahren die Nase vorn, so Bradler: „Denn Geld, das per Lastschrift vom Konto abgebucht wird, lässt sich zurückholen.“ Wenn ein fehlerhafte Rechnungssumme vorliegt, eine gekündigte Abonnements weiterläuft, also bei einer unrechtmäßigen Abbuchung, kann das Geld bis zu sechs Wochen nach der Abbuchung wieder zurückgebucht werden. Lässt man jedoch diese Frist verstreichen ist auch hier das Geld endgültig weg.
Man sollte im Internet immer Vorsicht walten lassen, besonders beim Transfer von Geld. Blindes Vertrauen in Händler ist total fehl am Platze. Bevor man bei einem neuen Händler bestellt sollte man dieses Recherchieren (Bewertungen anderer Käufer lesen, usw.) um eventuelle schwarze Schafe vorab zu erkennen.